Jugendförderung, Berlin Neukölln

Neuköllner Portraits

Jugendportrait: Vom Ehrenamt über den Honorarjob zur Karriere

(Interview von Alfred Banze: November 2005)

Ivan Stevanovic
Ivan Stevanovic

Ivan Stevanovic
27 Jahre, lebt in Berlin Neukölln
Sohn jugoslawischer Migranten

In den frühen Neunzigern lernte er Breakdance und griff das Tanzen 2000 nach vorzeitig abgeschlossener Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel wieder auf. Er gab Breakdance-Kurse in Jugendeinrichtungen im Auftrag von Bezirksämtern, S.O.S. Kinderdorf e.V., der AWO-Schulstationen und der Berliner Bäder Betriebe. Er bot die Kurse in Berliner Gegenden mit einkommenschwachen Familien an. Seit 2002 kamen Stationen- wie „D!´s Coach & Casting Center“ und eine Produktion von Constanza Macras für das „Hebel-Am-Ufer Theater“ hinzu. Im selben Jahr plante und organisierte er im „Battle of the Year“ Team für die B-Berlin-Open und ist seitdem fester Bestandteil der B-Boy Szene in Berlin und Deutschland. Im Moment studiert er Sozial-Managment und trainiert seine Schützlinge „Flashbang(B-Boying) und „G-eyes Fusion“ (Hip-Hop / Show).

Als Kind besuchte er den Jugendklub Manege, der bei ihm gleich um die Ecke war. In seiner Gegend gab es auch Jugendgangs. Die fand er damals cool und wollte am liebsten selbst Mitglied sein. Aber als er endlich alt genug dafür war, hat sich diese Faszination schnell erledigt. Mit Sprüchen wie „Die Weißesten führen an!“ konnte er nichts anfangen. Schnell wurden die Bolz-und Basketballplätze Neuköllns „sein Revier“ aber in einem tänzerischen und sozialen Sinn.

Ivan im Jugendzentrum Feuerwache
Ivan „damals“ im
Jugendzentrum Feuerwache

Zu Jugendclubs hatte Ivan eine zeitlang keinen Kontakt bis er im offenen Bereich im Jugendzentrum Feuerwache einen Job bekam. Eigentlich wollte er damit nur seine Weiterbildung finanzieren, aber die Kids sind ihm schnell ans Herz gewachsen. Nun wollte er es besser machen.

Ein Vorbild sein? „Irgendwie schon, aber ich wollte auch zeigen, worauf es ankommt. So eine Art älterer Bruder sein, auf den man sich verlassen kann“, sagt Ivan. „Außerdem ist Breakdance kein Sport und auch kein Tanz“, wie er einer Tanzlehrerin erklären musste, „es ist eine Art Lebensauffassung. Viel cooler als das, was die üblichen Jugendgangs zu bieten haben“. Aber da war etwas, das ihn immer noch an den Gangs von damals faszinierte: Dieser Traum, dass man es auch ohne Eltern, Erwachsene und Lehrer schaffen kann, wenn man als Gruppe zusammenhält. Im Jugendclub Feuerwache wurden ihm von der Leiterin Annette Muggelberg große Freiheiten eingeräumt, wie er die Kids trainieren durfte. Das fand er einmalig in Berlin und deshalb würde er auch jederzeit wieder hierher zurückkehren und auch größere Projekte machen wollen.

Ob ihm die Arbeit in den Jugendeinrichtungen was gebracht hat? „Auf jeden Fall“,und ohne die Hilfe der Mitarbeiter wäre er nie soweit gekommen. Aber er findet auch, dass seine Arbeit nicht umsonst sein sollte, und das rät er auch seinen Breakdance-Teams:

„Da ist so ein Medien-Hype um Breakdance, da dürfen wir uns einfach nicht gratis verkaufen.“Ivan Stevanovic


Warning: include() [function.include]: URL file-access is disabled in the server configuration in /kunden/stdj.de/hosting/2053/neukoelln-jugend.de/jugendportrait/stevanovic.php on line 195

Warning: include(http://www.neukoelln-jugend.de/ssi/navagation/footnav.html) [function.include]: failed to open stream: no suitable wrapper could be found in /kunden/stdj.de/hosting/2053/neukoelln-jugend.de/jugendportrait/stevanovic.php on line 195

Warning: include() [function.include]: Failed opening 'http://www.neukoelln-jugend.de/ssi/navagation/footnav.html' for inclusion (include_path='.:/usr/local/lib/php') in /kunden/stdj.de/hosting/2053/neukoelln-jugend.de/jugendportrait/stevanovic.php on line 195